SCHUFA-Score verstehen: Was bedeuten die Werte?
Basisscore, Branchenscores, 12 Kriterien: Wir erklären, wie der SCHUFA-Score berechnet wird und was ein guter Wert ist.
Was ist der SCHUFA-Score?
Der SCHUFA-Score ist eine statistische Kennzahl, die deine Kreditwürdigkeit auf Basis gespeicherter Daten bewertet. Banken, Vermieter und Online-Händler nutzen diesen Wert, um das Risiko eines Zahlungsausfalls einzuschätzen. Die SCHUFA berechnet diesen Wert auf Basis standardisierter Kriterien. Seit März 2026 wird der Score auf einer Skala von 100 bis 999 Punkten dargestellt — je höher, desto besser.
Basisscore vs. Branchenscores
Die SCHUFA berechnet nicht nur einen einzigen Score. Der Basisscore (100–999) ist deine allgemeine Bonitätskennzahl. Daneben existieren branchenspezifische Scores für Banken, Telekommunikationsanbieter, Versandhandel und den Immobiliensektor. Diese Branchenscores gewichten die Kriterien je nach Branchenrisiko unterschiedlich.
Die vollständige Datenkopie nach Art. 15 DSGVO enthält sowohl den Basisscore als auch alle Branchenscores — ein Vorteil gegenüber der SCHUFA-App, die aktuell nur den Basisscore anzeigt.
Welche Daten fließen in den Score ein?
Die SCHUFA hat mit der Umstellung auf den neuen Score erstmals 12 Kriterien benannt, die in die Berechnung einfließen. Dazu gehören die Zahlungshistorie (haben Sie Rechnungen pünktlich bezahlt?), die Anzahl und Art Ihrer Kreditkonten, die Auslastung bestehender Kreditlinien, die Dauer Ihrer Kredithistorie und die Häufigkeit von Kreditanfragen. Diese Berechnung ist an die Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) gebunden, das die zulässigen Verfahren regelt.
Wichtig: Die SCHUFA speichert keine Daten zu Einkommen, Vermögen, Beruf, Familienstand oder ethnischer Herkunft. Der Score basiert ausschließlich auf deinem bisherigen Zahlungsverhalten und deinen Vertragsverhältnissen. Die Berechnung von Scores ist dabei an spezifische Regelungen gebunden, wie etwa § 31 BDSG zur zulässigen Verwendung von Daten für Kreditwürdigkeitsbewertungen.
Was ist ein guter Score?
Auf der neuen 100–999-Skala gelten Werte über 900 als sehr gut. In diesem Bereich erhältst du in der Regel die besten Kreditkonditionen und hast bei Vermietern gute Karten. Werte zwischen 700 und 899 sind solide, können aber bei besonders risikoscheuen Geschäftspartnern zu höheren Zinsen führen. Unter 700 wird es schwieriger — hier solltest du deine Datenkopie genau prüfen und mögliche Fehler korrigieren lassen.
Warum unterscheidet sich mein Score je nach Abfrage?
Wenn eine Bank deinen Score abfragt, sieht sie einen anderen Wert als ein Telekommunikationsanbieter. Das liegt an den Branchenscores: Für eine Bank wiegt eine offene Kreditlinie anders als für einen Mobilfunkanbieter. Außerdem aktualisiert die SCHUFA den Score regelmäßig — zwischen zwei Abfragen können sich deine Daten verändert haben.
Score prüfen: So geht's
Den neuen Basisscore kannst du kostenlos in der SCHUFA-App einsehen (eID oder Bank-Login erforderlich). Für die vollständige Übersicht — mit allen Branchenscores, gespeicherten Verträgen und Anfragen — empfiehlt sich die Datenkopie nach Art. 15 DSGVO. Über selbstauskunft-24.de kannst du diese in wenigen Minuten anfordern, ohne eID und ohne Bank-Login.
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Externe Quellen zum Weiterlesen
SCHUFA Themenportal: Score — Offizielle Erklärung des SCHUFA-Score-Verfahrens.
Verbraucherzentrale: SCHUFA-Score erklärt — Unabhängiger Ratgeber zur Bonitätsbewertung.
AdvoAdvice: EuGH-Urteil zu Scoring — Rechtsanwalt Dr. Rohrmoser analysiert das wegweisende EuGH-Urteil zum SCHUFA-Scoring.
BfDI: Auskunftsrecht nach DSGVO — Der Bundesdatenschutzbeauftragte zu Ihren Rechten bei Scoring-Verfahren.
§ 31 BDSG — Scoring — Gesetzestext zu den Anforderungen an Scoring-Verfahren.
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