DSGVO-Reform 2026: Wird dein Auskunftsrecht eingeschränkt?
Die EU plant Änderungen an der DSGVO. Was der „digitale Omnibus" für dein Auskunftsrecht nach Art. 15 bedeutet und warum du jetzt erst recht deine Datenkopie anfordern solltest.
Die DSGVO wird reformiert — was heißt das für dein Auskunftsrecht?
Seit 2018 ist die DSGVO das Rückgrat des europäischen Datenschutzes. Und ausgerechnet jetzt, wo immer mehr Verbraucher ihre Rechte aktiv nutzen — Datenkopie anfordern, Einträge korrigieren, Löschung verlangen — plant die EU-Kommission Änderungen. Der sogenannte „digitale Omnibus" soll die DSGVO praxistauglicher machen. Verbraucherschützer warnen: Wird dabei das Auskunftsrecht verwässert? Wir schauen uns an, was tatsächlich geplant ist — und was es für dich bedeutet.
Was ist der „digitale Omnibus"?
Die EU-Kommission hat ein Gesetzespaket vorgeschlagen, das mehrere digitale Regelwerke auf einen Schlag anpassen soll — daher der Name „Omnibus". Ziele sind Entlastung für Unternehmen, mehr Rechtsklarheit und bessere Praxistauglichkeit. Im Datenschutzbereich geht es unter anderem um die Frage, welche Datenverarbeitungen überhaupt noch unter die DSGVO fallen sollen — und welche nicht mehr.
Konkret sieht der Entwurf vor, dass bestimmte rein technische Datenverarbeitungen vom Anwendungsbereich ausgenommen werden. Außerdem sollen Unternehmen mehr Spielraum bei der Datenanalyse und beim Training von KI-Modellen bekommen. Das klingt zunächst nach einer Lockerung — aber die entscheidende Frage ist: Betrifft das auch das Auskunftsrecht gegenüber Auskunfteien wie der SCHUFA?
Dein Auskunftsrecht: Was sich (nicht) ändert
Die gute Nachricht vorweg: Das Auskunftsrecht nach Art. 15 DSGVO steht in den aktuellen Reformvorschlägen nicht zur Disposition. Du kannst weiterhin bei der SCHUFA, CRIF, Experian/ICD und jeder anderen Auskunftei eine kostenlose Datenkopie anfordern. Die Auskunftei muss dir innerhalb eines Monats mitteilen, welche personenbezogenen Daten sie über dich gespeichert hat, woher sie stammen und an wen sie weitergegeben wurden.
Was sich allerdings ändern könnte: Die Transparenzpflichten nach Art. 12 bis Art. 14 DSGVO werden im Rahmen einer koordinierten EU-Aktion 2026 überprüft. Das bedeutet, dass die Art und Weise, wie Auskunfteien dich über ihre Datenverarbeitung informieren müssen, angepasst werden könnte. Ob das zu mehr oder weniger Transparenz führt, ist derzeit offen.
Warum die Reform auch Chancen bietet
Nicht alle geplanten Änderungen sind schlecht für Verbraucher. Ein Beispiel: Die EU-KI-Verordnung, die ab August 2026 in Kraft tritt, stuft automatisierte Bonitätsbewertungen als Hochrisiko-KI-Systeme ein. Das bedeutet strengere Anforderungen an die Erklärbarkeit und Nachvollziehbarkeit von Scoring-Algorithmen. Im Klartext: Auskunfteien müssen künftig noch genauer offenlegen, wie ihre Scores zustande kommen — ein echter Transparenzgewinn.
Auch die Diskussion um den Datenschutzbeauftragten in Deutschland ist relevant: Die Bundesregierung überlegt, die Bestellpflicht für betriebliche Datenschutzbeauftragte zu lockern — von derzeit 20 auf 50 Mitarbeiter. Das betrifft dein Auskunftsrecht nicht direkt, zeigt aber die Richtung: Der politische Wind weht in Richtung Vereinfachung für Unternehmen. Umso wichtiger, dass Verbraucher ihre Rechte kennen und aktiv nutzen.
Was du jetzt tun solltest
Die DSGVO-Reform wird sich über Monate hinziehen — das EU-Gesetzgebungsverfahren ist komplex. Bis dahin ändert sich an deinen Rechten nichts. Nutze die Zeit, um deine Datenlage in Ordnung zu bringen: Fordere deine Datenkopie bei der SCHUFA und den anderen Auskunfteien an, prüfe jeden Eintrag und lass Fehler korrigieren. Je besser deine Datenbasis ist, desto weniger anfällig bist du für etwaige zukünftige Einschränkungen.
Über selbstauskunft-24.de beantragst du deine SCHUFA-Datenkopie in wenigen Minuten — kostenlos und unbegrenzt. Und vergiss nicht: Die kostenlose Datenkopie plus gezieltes Schwärzen sensibler Stellen ist die bessere Alternative zum 29,95 € teuren SCHUFA-BonitätsCheck. Du erhältst mehr Informationen, behältst die Kontrolle über deine Daten und sparst Geld.
DSGVO-Reformdiskussion: Zeitleiste
Die EU-Kommission hat den digitalen Omnibus Anfang 2025 vorgelegt. Derzeit verhandeln EU-Parlament und Ministerrat über die Details. Eine Verabschiedung wird frühestens Ende 2026 erwartet, die Umsetzung würde dann weitere 12 bis 24 Monate dauern. Dein Auskunftsrecht nach Art. 15 DSGVO bleibt in dieser gesamten Zeit vollständig in Kraft.
Weiterführende Artikel
DSGVO Art. 15: Dein Recht auf eine kostenlose Datenkopie — Wie das Auskunftsrecht funktioniert und was du beantragen kannst.
EuGH-Urteil: Wann darf die SCHUFA automatisch über dich entscheiden? — Art. 22 DSGVO und automatisiertes Scoring im Detail.
Nicht nur die SCHUFA: Alle Auskunfteien auf einmal anfragen — Warum du nicht nur bei der SCHUFA, sondern bei allen Auskunfteien prüfen solltest.
Neuer SCHUFA-Score 2026: 100–999 Punkte — was sich ändert — Die neue Punkteskala und was sie für deine Bonität bedeutet.
Externe Quellen zum Weiterlesen
- AdvoAdvice: SCHUFA und Datenschutz — Rechtliche Beratung zu deinen SCHUFA-Rechten.
- Verbraucherzentrale: Ihre Daten, Ihre Rechte – Die DSGVO — Verbraucherschutz bei Datenschutzfragen.
- BfDI: Betroffenenrechte und Auskunftsrecht — Offizielle Informationen zu Art. 15 DSGVO.
- EUR-Lex: Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) — Aktueller Volltext der DSGVO mit allen Bestimmungen.
- Bundesdatenschutzgesetz: § 35 BDSG — Deutsche Regelungen zum Auskunftsrecht.
Jetzt deine SCHUFA-Selbstauskunft beantragen — dein Auskunftsrecht gilt uneingeschränkt: Formular starten
Jetzt deine SCHUFA-Selbstauskunft beantragen
Kostenlos nach Art. 15 DSGVO – oder Privacy Pro mit Privatsphäre-Guide.
Kostenlos startenWeitere Artikel
Nicht nur die SCHUFA: Alle Auskunfteien auf einmal anfragen
CRIF, Boniversum, Infoscore und Creditreform speichern ebenfalls Daten über dich. Wie du bei allen Auskunfteien kostenlos eine Datenkopie nach Art. 15 DSGVO beantragst.
dsgvoEuGH-Urteil: Wann darf die SCHUFA automatisch über dich entscheiden?
Das EuGH-Urteil zu Art. 22 DSGVO verändert das SCHUFA-Scoring grundlegend. Was automatisiertes Scoring bedeutet, welche Rechte du hast und was der BGH 2026 entschieden hat.
dsgvoDSGVO-Schadensersatz bei SCHUFA-Fehlern: Was dir nach dem BGH-Urteil 2025 zusteht
Falsche SCHUFA-Daten können teuer werden — für die SCHUFA. Das BGH-Urteil vom Januar 2025 stärkt deinen Schadensersatzanspruch nach Art. 82 DSGVO. Wir erklären, wie du vorgehst.