Zum Hauptinhalt springen
selbstauskunft-24.de
Datenschutz8 Min. Lesezeit29. März 2026

Identitätsdiebstahl und SCHUFA: Wenn Betrüger deinen Score ruinieren

Identitätsdiebstahl kann deinen SCHUFA-Score zerstören, ohne dass du es merkst. Wie du Betrug erkennst, falsche Einträge löschen lässt und dich mit der Datenkopie schützt.

Wenn plötzlich Schulden auftauchen, die nicht deine sind

Du bekommst eine Mahnung für einen Handyvertrag, den du nie abgeschlossen hast. Oder dein Kreditantrag wird abgelehnt — obwohl du immer pünktlich gezahlt hast. Wenn dir das bekannt vorkommt, bist du möglicherweise Opfer von Identitätsdiebstahl geworden. Das ist absolut verständlich frustrierend — und du bist damit nicht allein.

Identitätsdiebstahl ist in Deutschland ein wachsendes Problem. Kriminelle nutzen gestohlene Personendaten, um auf fremden Namen Verträge abzuschließen, Waren zu bestellen oder Kredite aufzunehmen. Die Folge: In deiner SCHUFA-Akte tauchen Einträge auf, die du nicht verursacht hast — und dein Score sinkt, ohne dass du es merkst. Unabhängige Untersuchungen legen nahe, dass nahezu jeder dritte SCHUFA-Datensatz Ungenauigkeiten enthält. Ein Teil davon geht auf Identitätsbetrug zurück.

Wie Identitätsdiebstahl deinen SCHUFA-Score zerstört

Das SCHUFA-Scoring-System — seit dem 17. März 2026 mit dem neuen NextGen Score 1.0 auf einer Skala von 100 bis 999 — bewertet dein Zahlungsverhalten anhand von zwölf Kriterien. Wenn Betrüger auf deinen Namen Verträge abschließen und die Rechnungen nicht bezahlen, entstehen Negativmerkmale: offene Forderungen, Mahnverfahren, im schlimmsten Fall Inkassoeinträge oder titulierte Forderungen.

Das Problem: Die SCHUFA weiß nicht, dass diese Einträge auf Betrug zurückgehen. Für den Algorithmus bist du die Person, die nicht gezahlt hat. Dein Score sinkt — und damit auch deine Chancen auf eine Wohnung, einen Kredit oder sogar einen Handyvertrag. Besonders bitter: Du erfährst davon oft erst, wenn du selbst eine Bonitätsprüfung brauchst und die Ablehnung kommt.

So erkennst du Identitätsbetrug in deiner SCHUFA-Akte

Der wichtigste Schritt ist einfach, aber wird viel zu selten gemacht: Fordere regelmäßig deine kostenlose SCHUFA-Datenkopie nach Art. 15 DSGVO an. In der Datenkopie findest du alle über dich gespeicherten Verträge, Kreditanfragen und Negativmerkmale. Geh die Liste sorgfältig durch und achte auf Einträge, die du nicht zuordnen kannst: unbekannte Mobilfunkverträge, Ratenkäufe bei Shops, in denen du nie bestellt hast, oder Kreditanfragen, die du nie gestellt hast.

Weitere Warnsignale im Alltag: Mahnbriefe von unbekannten Unternehmen, Inkassoforderungen für Waren, die du nie erhalten hast, oder eine unerklärliche Verschlechterung deines Scores. Seit März 2026 kannst du deinen Score kostenlos über deinen SCHUFA-Account einsehen — ein plötzlicher Einbruch ohne erkennbaren Grund sollte dich hellhörig machen.

Schritt für Schritt: Was du bei Identitätsdiebstahl tun musst

Wenn du betrügerische Einträge in deiner SCHUFA-Akte findest, ist schnelles Handeln entscheidend. Je länger ein falscher Eintrag bestehen bleibt, desto größer wird der Schaden für deine Bonität. Hier ist dein Aktionsplan:

1. Strafanzeige erstatten: Geh zur Polizei und erstatte Anzeige wegen Identitätsdiebstahls. Das Aktenzeichen brauchst du für alle weiteren Schritte. In vielen Bundesländern kannst du die Anzeige auch online über die Internetwache erstatten.

2. SCHUFA informieren: Melde den Identitätsbetrug direkt bei der SCHUFA über das kostenlose Formular „Einmeldung für Opfer von Identitätsbetrug" auf schufa.de. Die SCHUFA kann dann einen Warnhinweis in deiner Akte vermerken, der Vertragspartner bei neuen Anfragen auf den Betrugsfall hinweist.

3. Löschung verlangen: Fordere die SCHUFA schriftlich auf, alle betrügerisch entstandenen Einträge nach Art. 17 DSGVO zu löschen. Lege die Strafanzeige bei und beschreibe, welche Einträge nicht von dir stammen. Die SCHUFA hat einen Monat Zeit zu reagieren. Reagiert sie nicht oder lehnt ab, kannst du dich beim Hessischen Beauftragten für Datenschutz (HBDI) beschweren oder die Löschung gerichtlich im Eilverfahren durchsetzen.

4. Gläubiger kontaktieren: Schreibe auch die Unternehmen an, bei denen die Betrüger Verträge abgeschlossen haben. Informiere sie über den Identitätsbetrug und fordere sie auf, die Forderungen zurückzuziehen und die Negativmeldung bei der SCHUFA zu widerrufen.

5. Schadensersatz prüfen: Wenn die SCHUFA oder ein Vertragspartner trotz Kenntnis des Betrugs falsche Daten nicht rechtzeitig löscht, kann dir Schadensersatz nach Art. 82 DSGVO zustehen — besonders wenn du durch den falschen Score nachweisbar geschädigt wurdest, etwa durch eine verlorene Wohnung oder einen abgelehnten Kredit.

Prävention: So schützt du dich vor Identitätsdiebstahl

Der beste Schutz ist Aufmerksamkeit. Fordere mindestens einmal im Quartal deine kostenlose SCHUFA-Datenkopie an — das ist dein Recht nach Art. 15 DSGVO und die effektivste Methode, um fremde Einträge frühzeitig zu entdecken. Nutze den kostenlosen SCHUFA-IdentSafe, der prüft, ob deine persönlichen Daten wie E-Mail-Adresse, Mobilfunknummer oder IBAN in den letzten 90 Tagen im Darknet aufgetaucht sind.

Darüber hinaus gilt: Gib Ausweiskopien nur heraus, wenn es unvermeidlich ist — und schwärze dabei nicht benötigte Informationen. Nutze für alle Finanzkonten und Online-Shops Zwei-Faktor-Authentifizierung. Und wenn du den Verdacht hast, dass deine Daten kompromittiert wurden, handle sofort: Lieber einmal zu viel die Datenkopie anfordern als einmal zu wenig.

💡 Zusammenfassung

Identitätsdiebstahl kann deinen SCHUFA-Score zerstören, ohne dass du es merkst. Dein wichtigstes Werkzeug ist die regelmäßige kostenlose Datenkopie nach Art. 15 DSGVO: Damit erkennst du fremde Einträge frühzeitig und kannst sie mit Strafanzeige und Löschantrag nach Art. 17 DSGVO beseitigen. Warte nicht, bis der Schaden da ist — fordere jetzt deine Datenkopie an.

Jetzt kostenlos Antrag erstellen →

Weiterführende Artikel

SCHUFA-Fehler korrigieren: Dein Recht auf Berichtigung nach Art. 16 DSGVO — Wie du falsche Einträge erkennst und die Korrektur durchsetzt.

SCHUFA-Auskunft verweigert? So setzt du dein DSGVO-Recht durch — Was du tun kannst, wenn die SCHUFA nicht reagiert oder ablehnt.

Nicht nur die SCHUFA: Alle Auskunfteien auf einmal anfragen — Identitätsdiebstahl betrifft oft auch CRIF, Boniversum und Infoscore.

Externe Quellen zum Weiterlesen

Identitätsdiebstahl – was tun? So schützen Sie sich (schufa.de) — SCHUFA-Informationsseite zu Identitätsbetrug mit Meldeformular.

Identitätsdiebstahl: So schützen Sie sich (Verbraucherzentrale) — Umfassender Ratgeber der Verbraucherzentrale zu Prävention und Sofortmaßnahmen.

Art. 17 DSGVO — Recht auf Löschung (dejure.org) — Gesetzestext zum Löschungsanspruch bei unrechtmäßig verarbeiteten Daten.

Jetzt deine SCHUFA-Selbstauskunft beantragen

Kostenlos nach Art. 15 DSGVO – oder Privacy Pro mit Privatsphäre-Guide.

Kostenlos starten